Das Arbeiten mit Griffen kenne ich aus AutoSketch, und das ist eine tolle Erfindung. Es ist aber auch so, dass diese Funktionsweise ziemlich tief in die Bedienungs-Philosophie eingreift, und teilweise sehr unterschiedlichen Konzepten folgt als im Plancad. "Griffe einbauen" wäre demnach nicht eine zusätzliche Funktion, sondern praktisch eine Neuauflage des Bedienkonzepts.
In AutoSketch hat eine Linie z.B. 3 Griffe, an beiden Endpunkten und in der Mitte. Greife ich die Linie in der Mitte, kann ich sie verschieben. Das geschieht entweder frei nach Augenmaß (auch ohne "lästige" Abfrage genauer Punktkoordinaten), oder man setzt sie auf einen Fangpunkt, der auf vielerlei Weise definiert werden kann, sogar schneller und einfacher als in Plancad. Durch das gleichzeitige Drücken von <Strg> wird die Linie nicht nur verschoben, sondern kopiert, ohne dass man dazu einen Befehl braucht.
Genauso geht es mit den Endpunkten. Man fasst sie am Griff und setzt den Endpunkt an eine beliebige Stelle, egal, ob frei nach Augenmaß (was oft sinnvoll ist), oder eben auf einen Fangpunkt. Wenn man die Richtung der Linie beibehalten will, kann man den Fangpunkt "Punkt auf Kante" einschalten, dann wird jeder beliebige Punkt der Linie gefangen.
Hält man während des Ziehens wieder die <Strg>-Taste, bleibt die ursprüngliche Linie erhalten, und eine zusätzliche (mit neuem Endpunkt) wird erzeugt.
Bei orthogonalen Linien braucht man keinen Fangpunkt "auf der Linie", sondern fixiert den Cursor einfach in x- und/oder y-Richtung, und kann dabei sogar Fangpunkte außerhalb des Geschehens wählen. Alles, ohne einen einzigen Befehl aufzurufen.
In der Statuszeile laufen die Werte der Linie mit, und sind dort direkt editierbar. Man kann die beiden Koordinaten des Anfangspunkts oder des Endpunkts direkt bestimmen. Genauso kann man den Winkel und die Länge der Linie direkt eingeben, ohne dass man einen Befehl dazu braucht.
Beispiel: ich brauche eine Linie, die 10 cm über einer Mauerkante beginnt, 40° geneigt, und 2,50 m lang ist, dann zeichne ich eine Linie, die zunächst genau auf der Mauerkante (Fangpunkt) sitzt, und nach Augenmaß ungefähr so liegt, wie sie soll. In der Statuszeile edtiere ich den y-Wert des Anfangspunkts nur an der ersten Nachkommastelle, damit sitzt der Punkt genau da, wo ich ihn brauche. dann überschreibe ich die (bisher krummen) Werte für Neigung und Länge mit 40 und 2,50 und die Linie sitzt perfekt.
Man ist mit dieser Methode sehr schnell beim Zeichnen, weil das meiste grafisch geht, und mit Griffen ganz andere Methoden zur Verfügung stehen.
Ich glaube aber nicht, dass diese Methode im Plancad Einzug halten wird, denn da hängt zu viel Konzeptarbeit dran.
Inzwischen beobachte ich (nicht nur bei mir), dass wir unsere Zeichenarbeiten überwiegend in Plancad ausführen, denn dort gibt es eine große Menge an Funktionen, die sehr fein auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind. Ganz klar, dass da noch Wünsche offen sind, vor allem, wenn es ein paar Dinge gibt, die anderswo einfacher und schneller funktionieren.