Beiträge von Der_Planer

    Die Gaube halte ich für den falschen Ansatz, die bringt hier nicht die gewünschte Dachform, denn dazu ist sie nicht flexibel genug (sie kann im Grundriss nicht gedreht werden, und die Dachflächen können über die Dachgestaltung nicht manipuliert werden).


    Für die perfekte Ausmittlung gibt es 3-4 verschiedene Möglichkeiten:


    - Du änderst den Grundriss so, dass mehr Kanten entstehen, so dass Du an jeder Kante eine Traufe definieren kannst. Das ist im Bereich der Kehle nicht so einfach, weil sie nur auf einen Traufpunkt auslaufen soll, ohne dass eine Traufkante entsteht. Die Grundrissform müsste deshalb etwas vergrößert werden, so dass auf jeden Fall eine Innenecke entsteht, an der automatisch eine Kehle erzeugt werden kann. Durch die Richtung der kurzen Ausmittlungskanten kannst Du auch die Richtung von Traufe und First bestimmen, wenn sie wie hier nicht rechtwinklig zur Hauptdachtraufe sitzen sollen.


    - Du kannst den Hauptdachgrundriss so belassen wie er ist, und anstatt eine Gaube zu setzen, kannst Du eine weitere Hauskontur ins Modell einfügen. Diese Hauskontur kann im Grundriss gedreht sein, und bildet die Grundlage für die Eingabe des Querdaches. Die Verschneidungen werden weitgehend automatisch erzeugt.


    - Wenn das alles zu kompliziert ist, kannst Du das Dach über freie Dachflächen eingeben. Dazu braucht man überhaupt keinen Grundriss, sondern nur einen Polygonzug, der die Dachfläche im Grundriss abbildet. Die Höhenlage und RIchtung der Dachfläche kann man über verschiedene Kombinationen von Punkten und/oder Neigungen bestimmen.


    - Alternativ kannst Du den Hauptdachgrundriss so lassen wie er ist, und nur das Querdach über die freien Flächen eingeben, also eine gemischte Kombination aus den beschriebenen Möglichkeiten.


    Bei allen genannten Ausmittlungen ist es möglich, die Flächen nachträglich über die Dachgestaltung anzupassen, falls die Form im Grundriss nicht ganz perfekt geworden ist.


    Ich weiß, dass meine Beschreibung im Alleingang nicht ganz einfach zu verstehen und umzusetzen ist. Wenn Du aber diese Möglichkeiten alle einmal ausprobiert und angewendet hast, dann schaffst Du damit wirklich jede Dachausmittlung!

    Wenn die zu verlängernden Bauteilkanten alle räumlich parallel zueinander laufen, und keine Bearbeitungen diesen Bereich kreuzen, dann kann man viele Stäbe gleichzeitig mit Lang-Kurz behandeln.
    Etwas vorsichtig muss man trotzdem sein, denn wenn es aktivierte Stäbe gibt, die außerhalb des Schiebebereichs liegen, dann werden diese räumlich verschoben. Also schön aufpassen, und die Auswahl lieber übersichtlich halten.

    In Deiner Dachausmittlung gibt es verschiedene kleine Ungenauigkeiten, die aber nach meiner Meinung nichts mit einer verkehrten Eingabe zu tun haben, sondern mit Schwierigkeiten der 3D-Programmierung.
    Durch irgend einen Umstand hat das Programm die Fläche oberhalb des Dachbruchs doppelt (nahezu deckungsgleich) berechnet, und das lässt die Verschneidungen der Querbauten komisch aussehen.


    Ich habe die beiden vorderen Hausgrundrisse gelöscht, und kleine Vorsprünge in die Linien des Hauptgrundrisses eingebaut. Dadurch entstehen mehr Hausseiten, aber die Aumittlung ist jetzt "aus einem Guss" und lässt sich gutmütiger berechnen. Hinter dem Turm habe ich eine kurze Kante von 2 cm Länge eingebaut, bevor ich den Kehlversprung eingeben konnte. So ein Punkt kann nicht genau Kante auf Ecke laufen, sonst fehlt eine Bezugskante für die Dachneigung.
    Dein Projekt wurde nicht mit V14 geplant, sonst würde ich Dir die Ausmittlung gerne zur Verfügung stellen.

    Dachausmittlungen mache ich gerne "aus einem Guss", so wie Linus das hier zeigt. Wenn ich dabei zu viel tricksen muss, lege ich mehrere Hauskonturen an, und wenn komplizierte Verschneidungen damit auch nicht oder nur schwierig zu lösen sind, dann erzeuge ich freie Dachflächen über ein Grundrisspolygon. Ungelöste Dachausmittlungen gab es mit diesen Möglichkeiten bei mir noch nie.

    Zitat von Linus

    Ich nehme oft die Bauteilfarben für die Bemassung, also fällt die andere Farbe aus.

    Genau das mache ich nicht. Ich nehme meistens Schwarz, weil man das am besten lesen kann. Wenn ich überwiegend schwarze Bauteile vermaße, nehme ich auch gerne Blau.


    Wenn Du unbedingt in Bauteilfarbe vermaßen willst, probiere mal unterschiedliche Helligkeiten der Farben, z.B. Bauteile in Hellrot und Vermaßung in Dunkelrot. Für Bemaßungen und Beschriftungen wähle ich die kräftigere Farbe.

    Ich bin dagegen.
    Maßhilfslinien kann man dünner eingeben als Konstruktionslinien. Wenn das nicht ausreicht, nimm eine andere Farbe.
    Gestrichelte Linien sind für Maßhilfslinien nicht üblich, und irritieren die Kundschaft.

    Der Fehler liegt in der Dachausmittlung. Wenn man eine Dreiecksgaube über Freie Dachflächen eingibt, ist man selbst dafür verantwortlich, dass die Verschneidungen stimmen, denn die Automatik bleibt in dem Fall außen vor.
    Der linke Traufpunkt und der Firstpunkt der Gaube sitzen korrekt auf der Hauptdachfläche. Der rechte Traufpunkt ist zwar im Grundriss richtig, jedoch liegt seine Höhe auf ±0,00, und damit nicht auf der Hauptdachfläche.


    Nachdem die rechte Traufhöhe auf +0,179 geändert ist, liegt die rechte Kehllinie ebenfalls auf der Hauptdachfläche, und wird auch richtig als solche erkannt.
    In der Hauptdachfläche entsteht bei Freier Eingabe keine automatische Gaubenöffnung, deshalb muss man diese manuell erzeugen.


    Ich gehe davon aus, dass die drei Dachflächen nicht drei unterschiedliche Ausführungen haben sollen? An diesem Projekt würde ich sie alle auf "keine" setzen.


    Anbei das korrigierte Modell wie beschrieben.

    Beim Verschieben von Fenstern ist mir aufgefallen, dass zwar die Konturen nicht verschoben wurden, aber die Ausschnitte in den Platten teilweise verloren gegangen waren. Kuriose Formen gibt es, wenn man das Fenster nur ein Stückchen verschiebt, so dass sich die alte und neue Kontur überschneiden. Die Platten habe ich dann nachgestanzt. Manchmal habe ich ein Fenster auch erst weiter verschoben, um es dann zurück zu schieben, damit die Plattenausschnitte wieder passen. Nach dem manuellen Verschieben der Konturen und einer Neubelegung ohne Konturkorrektur sollte das Thema aber auch erledigt sein.


    Warum die Platten sofort geändert werden, habe ich nie verstanden.

    Es gibt Projekte, bei denen ich den HRB-Editor nicht so perfekt programmiert habe, dass alle Lagen auf Knopfdruck wirklich stimmen. Daher greife ich gelegnetlich manuell in die Konturen ein, und verschiebe die Kanten, bis es passt. Das ist Aufwand, den ich nicht verlieren möchte.


    Wenn ich in so einer Wand nun ein Fenster verschiebe, dann werden beim Neuberechnen der Lagenkonturen erstmal alle Konturen zurückgesetzt, nach dem nächsten HRB-Durchlauf sind sie halbwegs passend wieder da, nur meine manuellen Änderungen muss ich alle noch einmal machen.


    Deshalb wähle ich in so einem Fall, dass die Konturen nicht neu berechnet werden, und passe nur die paar Linien rund um das verschobene Fenster manuell an. Danach ist das Projekt wieder perfekt.


    Möglicherweise haben die Leute, die gar keinen Editor nutzen, und alle Konturen sowieso manuell korrigieren, noch weniger davon, wenn Lagenkonturen immer neu berechnet werden.


    Bei einem sauber eingestellten Editor sieht das ganz anders aus. Dort verschiebe ich ein Fenster, und lasse die Konturen neu berechnen. Beim nächsten Belegungsklick werden sie im Nu korrigiert, ganz ohne manuellen Eingriff. Perfekt.


    Die Ansprüche der Kunden und auch einzelner Projekte sind unterschiedlich, so dass man diese Entscheidung unbedingt braucht.

    Hab etwas zu früh geschimpft :oops:


    Die Beschriftung lässt sich natürlich einstellen, nur die Stabnummer bekommt man nicht weg. Den Weg zu der Einstellung zeige ich im Bild.


    Wenn man die Einstellung auf Zentimeter stellt, und die Nachkommastellen auf 0, dann werden krumme Querschnitte nicht richtig beschriftet. An dieser Stelle würde ich mir wünschen, dass es eine Option gibt, dass man die Nachkommastellen auf (1) stellen könnte. Die Klammern sollen ausdrücken, dass diese Stelle nur geschrieben wird, wenn sie tatsächlich vorhanden ist. Soweit ich weiß, gibt es so eine Funktion schon bei der Beschriftung des Planfenstermaßstabs.
    Diese Funktion wäre bei den Einheiten Zentimeter und Millimeter sinnvoll.


    Solange das noch nicht programmiert ist, kann man bei den Stabbeschriftungen Millimeter einstellen. Dann hat man zwar meistens eine Null mehr im Text als gewünscht, aber das Dezimalkomma hat man eingespart.
    Bei der Plattenbeschriftung, die üblicherweise in Millimeter eingestellt wird, bekommt man keine Umgehung für die Nachkommastelle. Wer viel mit GKP 12,5 mm arbeitet, muss hier wohl oder übel eine feste Nachkommastelle schreiben lassen, wenn im Plan nicht 13 geschrieben werden soll.


    Bitte an die Programmierung:
    Bei cm und mm bitte die Option (1) ergänzen, die nur bei Bedarf eine Nachkommastelle erzeugt.

    Die Beschriftung der Höhenkoten ist mir auch oft zu lang, insbesondere, wenn man den Maßstab nicht so groß wählt.
    Mit der Schreibweise, die Konstantin vorschlägt, bin ich vollkommen einverstanden, denn die Pfettennummer interessiert mich hier nie, und die kurze Schreibweise spart Platz.
    Manchmal liegen Pfetten so dicht zusammen, dass sich die Texte überlagern. Dann kann man die Höhenkoten weiter raus schieben, aber das muss immer um die (zu lange) Textlänge geschehen, so dass der ganze Schnitt mehr Breite in Anspruch nimmt, als er eigentlich braucht.
    Mein zusätzlicher Wunsch ist, dass man die Maßzahl und die Beschriftung frei verschieben kann, so dass sie z.B. neben anstatt über/unter der Linie stehen. Oft ist es so, dass ich z.B. Unterkante Deckenbalken mit einer Höhenkote vermaße, und die Maßzahl dann von der oberen Balkenlinie durchkreuzt und schwerer lesbar wird. Mehr Gestaltungsfreiheit wäre hier ein schöner Fortschritt.

    Die Ausmittlung ist nach meiner Meinung sauber. Wenn Du mal nur die Lage 0 darstellst, gibt es keine unsauberen Verschneidungen mehr an Grat und Kehle. Krat und Kehle sind auch bei windschiefen Flächen immer gerade, denn sie bilden mit der Traufe und dem Anfallsgebinde eine Dreiecksfläche, die nicht windschief ist.
    Grat- und Kehllinien werden hier nicht gebildet, das ist richtig. Deshalb kann man dort im DTW auch keine Grat-/Kehlsparren legen. Die sind aber in Dicam auch schnell eingebaut.
    Das Aufmaß muss man vielleicht etwas genauer anschauen, und vielleicht zwei "schräge Ortgänge" zu einer "Gratlinie" zusammenfassen, das kann ich jetzt nicht prüfen. Die Flächen sollten aber stimmen, und wenn ich das an diesem Bau überschlage, sind auch keine groben Fehler drin.

    Aufmaß:
    - gehe in die Dachausmittlung
    - lege das Aufmaß ab
    - öffne das Baudatenprogramm
    - freue Dich über 249,5 qm Dachfläche


    Warum fragst Du danach?