Zitat von Kurt
... am liebsten wäre mir, wenn ich Dietrichs auf einem Tablet am Stativ hätte.
Wenn das ginge, würde ich eventuell überlegen, das auch zu machen. Es gibt doch Windows-Tablets, auf denen unser Programm laufen müsste?
Zitat
... der Aufwand mit 2tem Stativ und Laptop ist bei mehr wie 2 Standpunkten ziemlich nervig, ich bin noch in der Findungsphase :lol: .
Zwei Stative sind tatsächlich sehr nervig. Um so mehr, wenn es an der Baustelle staubt oder regnet, oder beides. Manchmal ist man beim Messen nicht allein, sondern da springen Handwerker aus aller Heren Länder rum, denen es egal ist, wenn sie teures Gerät anrempeln und umwerfen, oder es einfach mitnehmen, während man unterwegs ist, um auf der anderen Straßenseite eine Zielmarke zu kleben. Daher bleibt der Laptop schön zu Hause oder im verriegelten Kofferraum. Bei Sonnenschein ist der ohnehin nicht zu gebrauchen, weil es nur wenige gibt, die ein transflektives Display haben. Und die Akkulaufzeiten sind mit denen des PDA bei weitem nicht vergleichbar.
Was mich ebenso sehr stört, dass man beim Messen eine teure Programmlizenz im USB-Schacht stecken hat, die an der Baustelle schnell verschwinden kann, und dann ist erstmal Schluss mit Messen. Und mit Konstruieren auch. Nein danke!
Wenn es das Dongle-Problem nicht gäbe, hätte ich vielleicht ein Netbook (gibt es inzwischen gar nicht mehr, und PDA schon lange nicht mehr!), oder ich würde mir ein wetterfestes Toughbook besorgen. Aber das Hantieren mit dem PDA hat außer dem einen Nachteil des kleinen Displays sonst nur Vorteile.
Mich würde mal interessieren, wie viele Messungen man braucht, um ein bestehendes Bauwerk vor Ort ins Programm einzugeben. Spart das wirklich Zeit, oder verlagert man nur die Zeit vom Büro an die Baustelle? Was ist mit den Messpunkten? Wenn ich vor Ort eine Decke ins Programm eingebe, dann ist die zwangsläufig waagerecht, und eine Wand zwangsläufig senkrecht. Die Praxis zeigt aber, dass da draußen KEINE Decke waagerecht und KEINE Wand senkrecht oder im rechten Winkel steht. Beim Konstruieren muss ich vor Ort festlegen, an welchen zwei Punkten eine Wand sich ausrichtet. Beim späteren Konstruieren bin ich flexibler in der Wahl der Messpunkte, so dass ich im Büro entscheiden kann, welche Punkte höhere Priorität haben. Alle Punkte bzw. Linien sind noch im Original vorhanden. Ist das beim Vor-Ort-Konstruieren auch so?
Wenn ich bestehende Holzkonstruktionen messe, dann interessiert mich oft nur eine wichtige Kante, wo z.B. neue Kerven auf eine alte Pfette kommen. Den genauen Querschnitt der Pfette brauche ich nur informativ, aber nicht genau. Der ist mit Waldkante manchmal auch schwierig zu ermitteln, wenn das Holz in einer Höhe liegt, wo es mit Meterstab nicht zugänglich ist. Dicam braucht zum Konstruieren schon vor Ort genaue Abmessungen, sonst kann ich keinen Stab eingeben. Natürlich kann ich einen Querschnitt schätzen und später ändern, das birgt aber eine Fehlerquelle, dass ich z.B. die falsche Seite annehme, und dann passt das Modell nicht mehr zum Bestand. Ich muss also den Messablauf unterbrechen, um genaue Holzquerschnitte festzustellen, die mit dem Laser naturgemäß nicht von einem Standort aus gemessen werden können. Es sei denn, man verwendet spezielle Hilfsmittel oder einen zweiten Mann.
Bleiben die originalen Messpunkte im Modell sichtbar und nachvollziehbar? Wieviel Aufwand ist es, Kanten genau zu ermitteln, die es wegen Waldkante, Fase, Abbröckelung usw. in der Praxis gar nicht gibt? Ich habe das im Programm noch nie probiert, und werde das vermutlich auch nicht tun, denn mein Workflow beim Messen funktoniert seit 10 Jahren und darauf kann ich mich hundertprozentig verlassen.
Wenn es irgendwann erschwinglich wird, und die Messaufgaben stark zunehmen, dann ginge die Überlegung in Richtung 3D-Scanner. Der Begriff "Punktwolke" bekommt dann eine ganz andere Dimension, und mich würde interessieren, ob die vielen Milliarden von Punkten in Dicam noch zu handhaben sind?
Bis dahin bleibe ich bei der alten Technik, und nehme pro Baustelle zwischen 100 und 1000 Punkte auf, an denen ich den Bestand schlüssig modellieren kann. Messen ist kein Selbstzweck, sondern dient als Grundlage zum passgenauen Konstruieren, und das habe ich mit meinen Messwerkzeugen noch immer perfekt hinbekommen. 