Beiträge von Der_Planer

    Danke nochmal für alle Tipps. Die helfen zwar bei diesem Projekt nicht mehr weiter, weil der Abbund bereits gelaufen ist. Vielleichthelfen sie mir oder einem anderen Leser bei einem nächsten Projekt.


    Ich habe den Hexenschnitt in der Auswahl beim V-Schnitt gelöscht, dann wieder gesetzt, und beim Hexenschnittwerkzeug den Makrohaken gelöscht und wieder gesetzt, jedesmal die Hölzer neu übergeben, und bekomme bei jeder Übergabe die selben Fehlermeldungen, dass einige Sägeschlitze nicht machbar sind. Offensichtlich sitzen die so extrem schräg im Holz, dass es keine Alternativbearbeitungen dafür gibt.


    Trotzdem war es gut, sich mit dem Thema Postprozessor nochmal etwas eingehender zu befassen, dann verlernt man es nicht so bald... :smiling_face:

    Ob das "Tasche" oder "Sägenut" oder anders heißt, ist mir egal, solange es irgend eine Bearbeitung gibt.
    Ich hatte die komplette Bearbeitung als V-Schnitte erzeugt, und die waren auf der Maschine als aneinander gereihte Sägenuten übergeben worden, allerdings mit verschiedenen Fehlermeldungen.
    Daher war ich der Meinung, dass Sägenuten grundsätzlich machbare Bearbeitungen sind, die man eventuell leichter korrigieren kann, wenn sie einzeln erzeugt werden. Anscheinend liege ich aber mit meiner Annahme falsch.
    Ich werde das mit den Taschen auch nochmal ausprobieren.
    Danke für den Tipp!

    Erstmal vielen Dank für jede Hilfe. Die Daten sind jetzt in der Produktion, zusammen mit Einzelstabplänen für ergänzenden Handabbund.


    Trotzdem ineressiert mich noch, was es damit auf sich hat:


    Zitat von Matthias Schwarz

    du musst im Postprozessor der Maschine die Mindestbreite der Werkzeuge dann auch auf die Sägeblattstärke stellen (Blatt gekippt, 3D Tasche usw.)


    Ich hatte Ausnehmungen mit der Sägeblattbreite erstellt, die im PP zu der Maschine eingetragen ist.
    Unter Ausnehnungen gibt es eine ganze Reihe Auswahlmöglichkeiten, die alle angehakt sind, unter anderem auch "Sägenut". Trotzdem wird keine Sägenut erzeugt. Welche Einstellung genau muss ich denn noch ändern? Es soll doc keine Tasche oder ein gekipptes Blatt entstehen, sondern nur eine Sägenut?
    Das begreife ich noch nicht.

    Ja, der V-Schnitt wird an die Maschine übergeben, erzeugt aber im EKP Fehlermeldungen, weil Maschinenwinkel nicht erreicht werden können.


    Ich suche jetzt nach Ersatzbearbeitungen, die das manuelle Fertigbearbeiten erleichtern, zumindest so weit, dass nichts anzureißen bleibt, sondern nur Maschinenbearbeitungen verlängert werden müssen.


    Scheint aber hier unmöglich zu sein.
    Der Maschinenführer bekommt jetzt die nicht machbaren V-Schnitte und einen Satz Einzelstabzeichnungen...

    Genau das habe ich ja versucht. In den Maschinendaten steht das Sägeblatt mit 6,1 mm, und genauso stark sind meine Hilfsbauteile. Damit habe ich Ausnehmungen (mit der schmalen Kante) erzeugt. Keine von denen kommt auf die Maschine, obwohl die Sägenut im Postprozessor einen gesetzten Haken hat. :frowning_face:

    In einem aktuellen Projekt habe ich Mansarden-Gratsparren, die nicht parallel zur Gratgrundlinie verlaufen, sondern parallel zum oberen Grat verlaufen müssen. Dadurch entstehen Abgratungen und Auskehlungen, die schräg zum Stab verlaufen. Die Auskehlung ist ein V-Schnitt, der auf der Maschine Schwierigkeiten bereitet. Deshalb versuche ich gerade, ihn durch zwei einzelne Sägeschlitze zu ersetzen. Ich habe Hilgsbauteile (in Grün) erzeugt, die so dick sind wie das Sägeblatt in den Maschinendaten. Die Enden habe ich etwas kürzer gelassen, damit kein Klotz abfallen soll. Die Sägeschlitze sollen anschließend manuell verlängert werden.


    Das Problem ist, dass an 4 verschiedenen Gratsparren kein einziger Sägeschlitz übergeben wird: "Bearbeitung nicht machbar".


    Kann mir bitte jemand einen Tipp geben, wie man das trotzdem weitgehend auf die Maschine bringt? Kein Problem, wenn etwas Handarbeit übrig bleibt.


    Im Anhang ein reduziertes Modell, in dem nur die Grate und die gewünschten Schlitze vorhanden sind.

    Das ist zum Auflockern des Alltags und dafür, dass man bei der Kundschaft im Gedächtnis bleibt. Ebenso nützen die Bilder als Info beim Konstruieren, wo man sehen kann, ob die gemessenen Ecken plausibel sind, oder man schickt einen Bildausschnitt mit Pfeilmarkierungen an die Baustelle, um Hinweise zu geben, oder ein vergessenes Maß nachgeliefert zu bekommen.


    Und natürlich sind solche Bilder auch da, um sie im Forum zu zeigen... :winking_face:

    Das Verschwinden einer Bearbeitungsdarstellung kommt in 3D manchmal vor, wenn zwei Bearbeitungen ineinander verschachtelt sind, oder einen gemeinsamen Längenbezug haben, oder auch aus anderen Gründen.
    Meistens hilft es. was Frank schon geschrieben hat, nämlich die Reihenfolge der Bearbeitungen in der Einzelstabtabelle zu verändern. Je nachdem, wie komplex sich Bearbeitungen überschneiden, kann es passieren, dass dann eine andere Bearbeitung unsichtbar wird. Meistens bekommt man das mit dem Ändern des Wertes für die Präzision (Dicam 2-7-4) in den Griff. Man kann größere oder kleinere Werte ausprobieren, da ist keine Regel erkennbar. Wenn auch das nichts nützt, kann man eine Bearbeitung um wenige Zehntelmillimeter verschieben, so dass sie rechnerisch nicht mehr kollidieren, und in der Fertigung innerhalb der Toleranzgrenzen liegen.


    Mit diesen Methoden habe ich bisher jeden Darstellungsfehler korrigieren können.

    Danke Matthias, für Deine umfangreiche Antwort!
    Ganz sicher ist es so, dass verschiedene Systeme ihre Berechtigung haben, und je nach Einzelfall ist das eine oder das andere besser. Solange sie alle geeignet sind, das was in der Praxis gefordert wird, aufzunehmen, passt es ja.


    Es kam bei mir bisher nur einmal vor, dass ich Messpunkte von einem Kunden einlesen und danach modellieren musste. Eigentlich darf sowas nie vorkommen, denn was man gemessen hat, kann man eigentlich nur selbst als Bestand modellieren. Gerade bei Punkten gibt es die Frage ihrer Aussagekraft. Ganz selten kann man wirkliche Eckpunkte anmessen, etwas öfter gibt es Punkte, die genau entlang einer Kante liegen, aber die meisten Punkte sitzen nur irgendwo auf einer Fläche. Das sind wichtige Informationen zum Konstruieren, aber eine Punktwolke kann über diese Qualitäten keine einzige Auskunft geben. Bei meinen 3D-Linien ist die Erkennbarkeit schon etwas höher, aber auch die sind nicht dafür geeignet, dass jemand anderes danach einen Bestand modelliert. Das muss in einer Hand bleiben.
    Zu den Messpunkten, die mein Kunde aufgenommen hatte, brauchte ich eine Liste detaillierter Informationen, und mehrere aussagekräftige Bilder des gemessenen Bauwerks, vorzugsweise aus den gleichen Perspektiven, wo das Messgerät gestanden hat. Trotzdem ging das nicht ohne weitere klärende Telefonate.


    michael:
    Messen mit einer Drohne, das wäre natürlich ein Traum. Erstmal ist das technisch nicht möglich (aber wer weiß, was noch kommt...), und zweitens gibt es strenge Auflagen bei der Drohnenfliegerei. Es lohnt sich ganz sicher nicht, so etwas nur zum Hobby zu betreiben, sondern man braucht einen Kundenkreis, der regelmäßig Bedarf an solchen Einsätzen hat, und die ganze Sache auch finanziert.
    In Verbindung mit der Fotografie hatte ich an eine Drohne gedacht, hab den Wunsch aber bald wieder fallenlassen. Man muss dazu Feinmechaniker, Modellbauer, Elektroniker und ein bisschen verrückt sein. In den ersten drei Disziplinen fehlen mir zu viele Fähigkeiten.


    Alles was bei mir geht, sieht so aus:


    [Blockierte Grafik: http://abbund-cad-service.de/fh/rk2_sml.jpg] (interaktiv drehbar)
    oder so:
    [Blockierte Grafik: http://abbund-cad-service.de/fh/rk_c_sml.jpg] (little planet)


    Das sind Aufnahmen, bei der ich die Kamera 6-7 Meter über dem Boden hatte. Nicht ganz das, was eine Drohne schafft, aber sicher auch interessante Perspektiven.
    Den Bauherren und dem Architekten hat es gefallen. :smiling_face_with_sunglasses:

    Zu den Funktionen des 309 kann ich nichts sagen. Mein Gerät Builder R100M ist zwei oder drei (oder mehr?) Generationen alt, und es hat nur eine serielle Kabelschnittstelle, über die es mit dem Aufmaßprogramm im PDA kommuniziert. Ohne den PDA kann ich die Messpunkte intern speichern, und über die Leica-Software und das serielle Kapel in den PC einlesen. Beim Einlesen werden die intern gespeicherten Daten durch eine "Filterdatei" geschleust, die den Messdaten unterschiedliche Ausgabeformate aufprägt. Im Gerät war auch ein Filter, der ein dxf-Format erzeugt, das jedoch für mich unpassende Ausgabewerte erzeugt hatte. Jeder Punkt war mit einem 20 cm langen Fadenkreuz markiert (deren Kreuzungspunkte in Dicam nicht direkt anklickbar sind, sondern nur über temporäre Punkte), daneben standen die Punktnummer und die x-/y-/z-Koordinaten als übergroße Texte. Einlesen in Dicam ging damals nicht (ich bin gar nicht sicher, ob das heute bereits geht?). Die dxf-Texte hatte ich deshalb in einem anderen 3D-CAD aufgelöst, und dann als kurze Linien in Dicam eingelesen. Zwischenzeitlich hatte ich Punkte in 3D eingelesen, und zusätzlich eine Grundrissprojektion in 2D erzeugt, die die Punktnummern-Texte ohne aufzulösen darstellen konnte. Während meiner ersten Messungen gab es die Funktionen der Hilfsgeometrie im Programm noch gar nicht.
    Ich habe die dxf-Filterdatei so manipuliert, dass ich Punkte anstatt Fadenkreuze bekomme, und als Text (mit geringerer Größe) nur die Punktnummer ausgegeben wird. Die Koordinaten brauche ich nicht als Text, denn diese Info trägt der Punkt durch seine räumliche Lage schon in sich.
    Zur Kontrolle kann ich auch eine Punkteliste ausgeben, die nicht nur die Koordinaten enthält, sondern z.B. auch die Einstellung der Reflektorhöhe und die protokollierte Uhrzeit, wann der Punkt gemessen wurde. Das war für die Abrechnung interessant.
    Der PDA hält die Zeiten leider nicht fest, braucht aber zum Glück auch keine Punktnummern mehr. Das Aufmaß wird in Form von 3D-Linien gespeichert, die auf Wunsch als layersortiertes dxf ausgegeben werden. Im Aufmaßprogramm gibt es natürlich auch einige Komfort-Funktionen wie Durchstoßen oder Abloten auf eine Fläche, indirektes Messen über die Kanalstabmethode, direktes sauberes Verschneiden von Raumkanten im Grundriss, das Messen von Fensterrechtecken, die durch nur 2 Messpunkte definiert werden, und einiges mehr. Das Messen mit PC direkt ins Programm mag Vorteile beim Konstruieren haben, aber für mich sehe ich die nicht, weil ich mit "meinem" System schon zufrieden war, bevor unser Programm überhaupt Messdaten einlesen konnte. Ein System, in dem man sich bestens auskennt, tauscht man nicht einfach gegen ein anderes. Dennoch behalte ich das immer im Auge, und entscheide möglicherweise eines Tages anders.


    Mich würde sehr interessieren, wie eine Baustelle, an der es keinen Strom gibt, mit dem Programm gemessen wird. Ich hatte so ein Bruchsteinmauerwerk in einem einsamen Tal in Luxemburg aufzunehmen, und vom Umfang her war das ein Ganztages-Aufmaß. Es gab Standorte, bei denen das Stativ oben auf den Wänden platziert werden musste, weil sonst einige Punkte nicht erreichbar waren. Da war kaum Platz, um daneben zu stehen, und schon gar kein Platz für ein zweites PC-Stativ. Mein Laptop arbeitet mit Akku höchstens 2 Stunden. Wie kann ich damit ein 8-10-Stunden Aufmaß hinbekommen? Habt ihr Wechsel-Akkus, die zwischenzeitlich im Auto geladen werden? Und was macht ihr, wenn es zwischendurch regnet? Eine Baustelle mit 2 Stunden Anfahrt kann man nicht einfach am nächsten Tag weitermessen, die muss abends fertig sein.


    Zu diesen Fragen würden mich wirklich stichhaltige und praxiserprobte Antworten interessieren.


    Zum Projekt: Hier hatte bereits ein Zimmereibetrieb mit dem Richten des Daches begonnen, musste die halbfertige Konstruktion jedoch wieder abmontieren, weil sie nicht den maßlichen Vorgaben und Details entsprach. Es ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Die Traufen sind eng an die schräg und geknickt laufenden Wände gebunden, weil ein umlaufendes Stirnbrett den direkten Anschluss zwischen Mauerkante und Dachrinne bilden musste. Das angefangene Dach folgte nicht den Knicken des Mauerwerks, so dass das Traufendetail so nicht gebaut werden konnte.
    Hier ging es nicht nur um den Dachstuhl, sondern auch um Holzbalkendecken, die zwischen dem Bruchstein montiert wurde. Die Mauern waren an allen Stellen unterschiedlich dick. Die vielen Gauben im Dach sollten genau über den Fensteröffnungen sitzen, die unregelmäßig konisch gemauert waren, so dass sie nur von außen maßgebend gemessen werden konnten. Im Hauptflügel gibt es 3 tragende Holzbinder, um die Decken und die Mittel- und Firstpfetten zu tragen. Im Keller sitzen unterhalb der Betondecke betonierte Säulen, über deren Achsen die Holzbinder genau angeordnet werden mussten. Rechte Winkel gibt es an dieser Baustelle nicht, dafür eine Menge Zwangspunkte, die in 3D aufgenommen werden mussten. Auch wenn das nicht nach Tagesbaustelle aussieht, es war längst dunkel, als ich das Messzeug wieder eingepackt hatte.


    Wie misst man das ins Programm? Ich behaupte, das ist an einem Tag (alleine!) nicht zu schaffen.


    Bei einer Schulung (oder viel besser hier im Thread) soll bitte nicht nur erklärt werden, wie die Messpunkte in den Rechner kommen, sondern auch, wie man eine solche Situation wie die beschriebene löst.

    Zitat von benjamin_gretsch

    ... das mit dem Drehen habe ich zwar nicht so ganz verstanden...

    Steck die Zielmarke ins Feld, so dass Du sie von Süden her rechtwinklig anmessen kannst.
    Setze das Gerät später um, so dass Du die Zielmarke von Westen oder Osten siehst, dann musst Du sie um 90° drehen, damit Du sie wieder rechtwinklig anmessen kannst.
    Einen runden Nagel, der im Boden steckt, kann man drehen, und er verändert seine räumliche Lage dadurch nicht, weil er um seine Längsachse gedreht wird.
    Aus diesem Grund muss die Zielmarke auf dem Nagel ebenfalls so angebracht sein, dass ihr Zentrum exakt in der Achse des Nagels liegt.


    Dazu sind zwei Dinge notwendig: die aufgeschweißte Blechplatte muss mit ihrer BUNDSEITE in der Achse liegen, und nicht mit ihrer eigenen Achse, sonst liegt das Messziel um eine halbe Blechstärke zu weit vorn. Auch wenn sich dieses Maß innerhalb der erlaubten Messtoleranzen befindet, bin ich der Überzeugung, dass man es trotzdem so genau wie möglich machen soll.
    Das Zentrum der geklebten Zielmarke muss ebenfalls in der Nagel-Achse liegen. Wenn es links oder rechts daneben wäre, würde seine räumliche Position beim Drehen des Nagels wandern.


    Zitat

    Ich gehe davon aus, dass wir uns auf der Bau 2017 in München sehen...

    Wahrscheinlich nicht. Wir sehen uns vermutlich erst wieder in Stuttgart. Macht aber nix, es gibt ja Kommunikationsmittel. :winking_face:

    Lies mal den aktuellen Thread "Hilti Pos 15". Dort findest Du ein paar Tipps, die Dir auch mit jedem anderen Messgerät weiterhelfen.

    Zitat von benjamin_gretsch

    ... wenn rundherum um das Haus keine Anhaltspunkte sind wo ich meine Fixpunkte - zum Umstellen vom Gerät - setzen kann?!
    Schlage ich dann einen Pflock in diese Wiese/in den Rasen und klebe dort meine Zielmarken...

    Im Prinzip liegst Du richtig. Ersetze "Pflock" durch "Sparrennagel" und "Zielmarke" durch "aufgeschweißtes Blech auf dem Nagelkopf", und zwar so, dass es mit einer Seitenfläche in der Achse des Nagels sitzt. Ebenfalls an der Achse ausgerichtet klebst Du eine Zielmarke auf das Blech. Diese Konstruktion kannst Du in den Boden stecken, und sie anmessen. Nach dem Umsetzen des Geräts kannst Du die Marke um ihre eigene Achse drehen, so dass Du sie immer nahezu rechtwinklig anzielen kannst, das stellt die Messgenauigkeit sicher. Durch die axiale Anordnung bleibt der Punkt beim Drehen raumstabil. Als Zielmarke verwende ich Reflektorfolie mit einer Mittelmarkierung. Anfangs hatte ich nur Klebemarken aus Papier. Bei großen Zielweiten und ungünstigem Licht dauert es aber lange, bis der Builder mit der Messung fertig ist. Solche Zielmarken hatte ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite gesetzt, und während der langen Messung (kann mehr als 10 sec dauern), bewegten sich Fahrzeuge und Fußgänger durch den Laserstrahl. Es gab also Störungen, die die Messung wahrscheinlich verfälscht haben, so dass ich nochmal messen musste. Wieder ein Fahrzeug. Nochmal messen. Und nochmal. Irgendwann hatte ich Glück, und weiter hinten war vermutlich eine rote Ampel. Seitdem verwende ich überwiegend reflektierende Zielmarken, mit denen die Messung wesentlich schneller fertig ist. Ich frage mich gerade, warum ich diese wertvollen Tipps, die mich Zeit und Nerven gekostet haben, hier kostenlos weitergebe... :winking_face:


    Sparrennägel in der Wiese haben einige Vorteile, aber auch einen kleinen Nachteil: Man übersieht sie leicht. Und andere übersehen sie auch. Ballspielende Kinder oder Pilzsammler treten versehentlich drauf, und dann ist der Punkt nichts mehr wert. Auch beim Einsammeln der Markierungen habe ich schon gesucht, wo sie denn stecken. Nicht einfach in der Dämmerung. Dann hilft gelbes Kreppband, das man um den Nagel bindet. Mit einer Lampe findet man Reflektormarken schon von weitem, sogar bei völliger Dunkelheit.
    20-mm-Reflektor-Zielmarken kosteten vor 10 Jahren schon 1 Euro pro Stück, und ich hatte einen Satz davon gekauft, aber von diesem edlen Material wollte ich nicht bei jedem Messen so viel verbrauchen. Deshalb habe ich für billiges Geld einen Quadratmeter Reflexfolienreste gekauft, die vermutlich bei einem Schildermacher übrig geblieben waren; mein Vorrat reicht locker bis zur Rente. Zur Not gibt es sie auch im Autozubehör. Zuschneiden, mit dem Edding ein Fadenkreuz malen, und ab in den Messkoffer.

    Man kann die Situation so verzwickt schildern, wie es einem gerade einfällt. Dann zählt immer nur das, was wirklich vor Ort ist. Bisher habe ich IMMER einen Weg gefunden. Ich geh doch nicht ohne Maße wieder heim...


    Das anhangeln von Passpunkten mache ich nicht gerne, weil sich dabei Ungenauigkeiten addieren, aber es gibt Situationen, bei denen es nicht anders geht. In der Regel wähle ich meinen ersten Standort dann so, dass ich von dort aus gar nichts messe, sondern nur Passpunkte setze, von denen ich mindestens zwei von jedem anderen Standort erreiche.
    Ich habe schon Wohnhäuser gemessen, bei denen die Straßenseite sichtbar war, links und rechts angebaute Garagen und direkt anschließende Nachbarbebauung, und kein freier Durchblick zur Gartenseite. Ich habe trotzdem 2 Übertragungspunkte gesetzt, die ich von beiden Standorten anmessen konnte. Einer davon lag etwa in 70 Metern Zielweite an einer Fassade des gegenübeliegenden Gartennachbarn. Ein anderer als von zwei Seiten anmessbare Doppelmarke Auf eine Kante der Garagen-Attika.


    Der Anbau hat perfekt gepasst. Dachverlängerung mit Neigungsübernahme des Bestands. samt Verlängerung der vorhandenen Gauben.


    Es gab bisher erst eine Baustelle, von der ich ohne zu messen wieder heim gefahren bin. Ein denkmalgeschütztes Gebäude sollte ein neues Dach bekommen, und auf eine alte Balkenlage aufgesetzt werden. Dort war aber keine Konstruktion sichtbar, an die ich zwingend anschließen musste. Verschalungen und Lehm. Ich habe die Stellen angegeben, die freigelegt werden mussten, und habe ein paar Tage später gemessen. Verformte Balkenlage, Windschiefes Dach, Mittelpfetten und Kehbalkenlage blieben erhalten. Dach hat gepasst.


    Bei Baustellen mitten im dichten Wald, oder in der engen Stadt, eingerüstet mit Netzen, hat man auch nur eingeschränkte Möglichkeiten. Solange die Flächen, die man messen soll, sichtbar sind, gibt es auch einen Weg, die Maße zu nehmen.


    Eine andere knifflige Baustelle stand so dicht an einer tiefen Böschung, dass eine Längsseite des Hauses nicht begehbar war, aber zwingend gemessen werden musste. Von der andern Seite des Baches konnte man das Haus sehen, auch wenn das ziemlich weit weg war. Es war allerdings unmöglich, das Modell über zwei Passpunkte zu verbinden, denn es gab absolut keine Möglichkeit dafür. Oder ich hab sie damals nur nicht gefunden...
    Ich konnte eine Ecke der Gaubendachrinne von der "schönen" Seite gerade noch anmessen. Genau diesen Punkt konnte ich auch von der unbequemen Seite anzielen, so dass ich eine neue Datei angelegt hatte. Das Zusammensetzen habe ich später am Rechner gemacht, indem ich den einen Passpunkt übereinander gelegt habe, und das zweite Aufmaß so weit gedreht habe, bis es parallel zum restlichen Gebäude verläuft. Zugegeben, das war geschätzt, aber begründet geschätzt, weil die beiden Giebelbreiten bis aufs äußerste Eck gemessen waren, und die waren nahezu gleich breit.


    Das Haus war bewohnt, und im DG sollten Gauben gesetzt werden, deren Achse durch die darunter liegenden Fenster bestimmt wurde. Ein Aufmaß von innen war nicht möglich, weil man teilweise nicht in die Wohnungen kam (niemand zu Hause), und die Fassade konnte man ohnehin nur von außen messen. Mit dem Bandmaß wäre das ganze Aufmaß vollkommen unmöglich gewesen. Selbst mit Gerüst wäre es sehr schwierig geworden.


    Ja, es gibt Probleme beim Messen, egal, welche Methode man anwendet. Aber wenn man die Möglichkeiten seines Werkzeugs kennt, und ein paar maßgeschneiderte Hifsmittel mitnimmt, dann lässt sich schon vieles genau messen.


    Ich hatte in Nürnberg ein Gebäude zu messen, das aus Betonfertigelementen gebaut war. Pfeiler, Rähme, Waschbetonfassadenplatten, Dachplatten aus Beton, gedämmt, teilweise mit leichtem Gefälle, von dem schwierig erkennbar war, ob das so geplant war, oder ob das Gefälle durch Toleranzen des Unterbaus oder durch Durchbiegung entstanden war. Man glaubt es manchmal nicht, aber auch Beton biegt sich bei größeren Spannweiten deutlich messbar durch. Die Halle war ca. 100 x 55 Meter groß, und sollte eine Etage aus Holz oben drauf bekommen. Teilweise anschließend an die Attika, teilweise wurde das Dach als Lichthof geöffnet, und die neue Konstruktion wurde in den Bereichen ein Stockwerk tiefer innerhalb der Halle aufgelagert. Dort habe ich zwei komplette Tage für das Aufmaß gebraucht, und noch einmal so lange im Büro für das Modellieren am PC. Es gab bereits ein Aufmaß vom Vermesser, das bekam ich auch zur Verfügung gestellt. 2D mit geschriebenen Höhenkoten. Es diente als Grundlage für die Architekturplanung. Zum Aufsetzen der Holzkonstruktion war das aber nicht ausreichend, weil es an den dafür entscheidenden Stellen nicht genügend detailliert war. Die Passpunkte vom Vermesser habe ich also ebenfalls aufgenommen, die lagen teilweise an der Nachbarhalle mit Zielweiten von ca. 130 Metern. Da kommt man mit dem Builder schon nahe an seine Grenzen, aber es hat funktioniert.
    Die Attika war noch mit Zinkblech abgedeckt, musste aber in Grundriss und Höhe als Konstruktionskante gemessen werden, Dazu habe ich ein Bauteil auf der Maschine schneiden und mitbringen lassen, das diese Kante eindeutig mit einer Messung aufnehmen ließ, ohne das Blech abzunehmen. Manchmal ist es sinnvoll, sich vorher ein paar Fotos von der Baustelle und ihrem Umfeld schicken zu lassen, um so besser kann man sich auf das Messen vorbereiten.


    In Neubiberg hatte ich auch schon eine Zweitagesbaustelle. Zwei Betonschottenbauten, die rundum eine vorgehängte HRB-Fassade bekommen sollten. Da träumt man nachts von Betonsäulen, die nicht im Lot stehen und Deckenkanten, die nicht vernünftig fluchtgerecht hergestellt wurden. Bei solchen Messaufträgen muss man genügend Akkus und Ladegeräte dabei haben, muss für alle Licht- und Wettersituationen gewappnet sein, und teilweise den Arbeitsablauf danach ausrichten, wo die Sonne steht.
    Interessante und schwierige Arbeit, aber die Häuser haben schöne gerade Fassaden mit sauberen Anschlüssen zum Beton bekommen. :smiling_face:


    Passpunkte außerhalb eines Gebäudes sind manchmal schwierig zu setzen, wenn es keine Nachbarbebauung gibt. Wenn ringsum Feld, Wald und Wiese ist, gibt es keine Möglichkeit, auch nur eine Zielmarke wohin zu kleben, weil das einfach nichts ist, woran man sie kleben könnte. Dafür braucht man praxistaugliche Lösungen. Die habe ich, und die funktionieren hervorragend.


    Ebenso hat man bei staubigen Altbauten immer wieder damit zu kämpen, dass die Zielmarken einfach nicht kleben bleiben. Ganz simple Probleme, die einem graue Haare wachsen lassen, wenn man die Marken am liebsten anageln oder mit Spucke kleben will. Auch dafür habe ich eine Lösung.
    Manches Wohnhaus muss von außen UND von innen gemessen werden, und man braucht IMMER zwei Passpunkte. Das wird manchmal schwierig, und auch dafür muss man geeignete Hilfsmittel im Koffer haben. Und ich habe verschiedene. Die meisten davon gibt es in dieser Form und mit dieser Funktion nicht im Handel zu kaufen. Erfinden und optimieren von Formen und Funktionen und Materialien macht Spaß! :+: