--- Angebote sollten Geld kosten ---

  • Hallo zusammen


    Ich finde, so langsam sollten Angebote Geld kosten
    Sonst hatte der Kunde 2 oder 3 Angebot
    Heute benötigt er schon 5 bis 6 Angebote und jeder Zimmermann macht seine eigene Massenermittlung.


    Wo soll das noch hinführen
    Ob wir Zimmerleute das nicht hinbekommen, als Vorreiter für alle Handwerker

  • Hallo Bons,


    Ist ne blöde Sache, und teuer, aber wenn Angebote Geld kosten, wäre das so als wenn du im Eingang von Aldi Eintritt bezahlen müßtest. 8O :wink:

  • Hallo Bons,
    ein heisses Thema, lt. VOB aber glaube ich nicht zulässig. Für eine Massenermittlung sollte man aber auf jeden Fall Geld bekommen, die Kundschaft nimmt es und geht dann fleissig zur Konkurrenz und lässt sich fröhlich Preise einsetzen :twisted:

  • Hallo Doug!
    Hausieren nennt man so was!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Bunz
    Dietrich's AG Betatester
    Software für den Holzbau, Abbund, Holzrahmenbau, Blockbau, Ingenieurholzbau und für die Fertighausindustrie

  • Hallo Doug!
    Mir würden noch ganz andere Bezeichnungen einfallen!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Bunz
    Dietrich's AG Betatester
    Software für den Holzbau, Abbund, Holzrahmenbau, Blockbau, Ingenieurholzbau und für die Fertighausindustrie

  • Es ist doch so


    Man macht eine tolle Massenermittlung mit Zeichnungen die man dem Kunden zeigen kann
    Dann bekommt er oben drauf noch eine Super Beratung was so alles möglich ist
    Zusätzlich möchte er noch andere Gauben haben weil die in seinem Plan gefallen im nicht mehr.
    Dann möchte er in der Garage noch eine Holzdecke haben die in der Statik nicht vorhanden ist.
    Und zum Schluss möchte er den Drempel vom Haus noch um 0.50m erhöhen was die Statik völlig umschmeißt.


    Und mit dieser Information geht er weiter und der günstigste bekommt den Auftrag
    Das sind die Handwerker, die machen alles um sonst.


    Und eine anständige Absage bekommt man auch nicht

  • Hallo Bons,
    da hast Du vollkommen Recht, so läuft es in den meisten Fällen ab, deshalb: Der, der das Angebot ausarbeitet, sollte einen Unkostenbeitrag bekommen, wenn der Auftrag kommt, dann kann man das verrechnen, wenn nicht, so hat man einen kleinen Teil erstattet :exclamation_mark:

  • Hallo doug


    Ja, so sollte es sein, ist es aber nicht
    deshalb schreibe ich es ja.


    Wenn nur einer die Massenermittlung macht dann geht es ja noch
    Aber wie oft macht sich jeder selber seine.


    Wird Zeit das sich die Handwerker mal einich sind

  • Hallo zusammen.


    Hier im Landkreis haben die auf der Innungsversammlung beschlossen, das für das erstellen eines Angebotes (mit Massenberechnung) 75 Euro und ausfüllen eines Angebotes (Massenberechnung vom Architekten) 50 Euro in Rechnung gestellt werden soll. Dieser Betrag wir dann bei Auftragserteilung gutgeschrieben.
    Aber wie ich das in letzter Zeit mitbekommen habe, halten sich da nicht all zu viele Zimmereien dran. Wir auch nicht.
    Wir sind der Meinung, das dadurch erst recht die Kunden weglaufen. Ist zwar nervig, für nix Angebote zu erstellen, aber das ist nunmal so.

    • Offizieller Beitrag

    Ich kann mich an Zeiten erinnern, da gehörte die Massenermittlung (auch für den Dachstuhl) zu den Aufgaben des Architekten. Der wurde dafür bezahlt, und der Bauherr bekam Angebote, die er direkt vergleichen konnte.
    Wenn derselbe Bauherr heute einen Dachstuhl haben will, fragt er 10 Zimmereien und bekommt 10 verschiedene Dachstühle angeboten. Ein direkter Vergleich ist nicht mehr möglich. Oft entscheidet der Bauherr nach der Endsumme.


    Wenn ich als Zimmerer den Auftrag haben will, kann ich mein Angebot dementsprechend gestalten. Ich biete nur eine Minimal-Ausführung an und halte damit den Endpreis niedrig. Zusatzleistungen, die bei anderen vielleicht als selbstverständlich angesehen und einkalkuliert werden, biete ich nur optional als EP an. Erhalte ich dann den Auftrag inklusive der EP-Positionen, dann erhalte ich eine Endsumme, mit der ich den Auftrag vielleicht sonst nicht bekommen hätte.


    Je nachdem, ob der Bauherr dumm oder klug ist, liege ich aber auch mit einem ausführlichen Komplettangebot richtig. Der Bauherr fühlt sich gut beraten, und sieht, dass schon das Angebot gewissenhaft erstellt wurde, gewinnt Vertrauen und gibt mir den Auftrag.


    Das Sprektrum der Entscheidungsgrundlagen ist genauso groß wie die Angebote verschieden sind.


    Diese Vorgehensweise hat sich über Jahre so entwickelt, und ich glaube nicht, dass wir das Rad wieder zurückdrehen können. So wie es ist, haben alle Beteiligte (außer dem Architekten) mehr Aufwand. Wir machen fleißig Massenermittlungen, und die Bauherren können die Angebote nicht wirklich vergleichen.


    Die Kunst besteht nun darin, dieses System als gegeben anzusehen, und die Gestaltungsmöglichkeiten geschickt einzusetzen. Dazu gehört oft nicht nur die gute fachliche Qualifikation, sondern auch eine Portion Menschenkenntnis, Umgangsformen, kreative Ideen und ein wenig Glück.

    • Offizieller Beitrag
    Zitat von doug

    .... Für eine Massenermittlung sollte man aber auf jeden Fall Geld bekommen, die Kundschaft nimmt es und geht dann fleissig zur Konkurrenz und lässt sich fröhlich Preise einsetzen....

    Dagegen gibt es ein sehr wirksames Hausmittel, damit hast Du gute Chancen. Das Rezept stammt von meinem ehemaligen Chef und hat sich oft bewährt:


    Mach eine genaue Massenermittlung und kalkuliere einen vernünftigen Preis. Schreibe diese Summe als Pauschalpreis unter das Angebot. Dann geh nochmal in die Positionen, lösche alle Einheitspreise und erhöhe alle Massen um 5-20% (schnell nachvollziehbare Positionen wenig, die anderen mehr).


    Und dann lass den Häuslebauer damit hausieren gehen :twisted:

  • planer
    die Idee hatte ich auch schon mal und hatte das "Glück" auf einen sehr sparsamen Kunden zu stoßen. Er rechnete mir vor wieviel ich Holz + Abbund gegenüber dem Angebot eingespart hätte und hat dann auch gleich noch denn zu zahlenden Betrag festgelegt. Ich konnte nicht einmal eine Aufmaßliste ausdrucken, also machte ich ich eine Optimierungsliste und gründete den Preis, nach langen Erklärungen sah er plötzlich ein das er tatsächlich nur das Bezahlte was er bekommen hat .

    • Offizieller Beitrag

    Solange kein einziger Einheitspreis im Angebot enthalten ist, kann auch niemand etwas nachrechnen. Der Kunde bekommt "1 Stück Dachstuhl" nach Plan. Dann soll er mal zeigen, welcher Sparren nicht eingebaut wurde, und welche Pfette nicht die statisch geforderten Abmessungen hat. Er wird nichts finden, das er abziehen kann. Auf eine andere Diskussion lasse ich mich nicht ein. Wenn es härter kommen sollte, habe ich meine Ursprungskalkulation in der Schublade liegen und kann nachweisen, dass alles korrekt kalkuliert wurde. Wenn er tatsächlich mit dem Angebot hausieren gegangen ist, und ein anderer hat die Zahlen geglaubt, dann habe ich doch mein Ziel erreicht. Und dann kann ich dem Häuslebauer auch sagen, dass ein Angebot sehr wohl Geld kostet. Nämlich meins.
    Ich verkaufe ihm schließlich kein (beliebig verwendbares) Angebot, sondern einen vernünftigen Dachstuhl zu einem reell kalkulierten Preis.